Donnerstag, 10. November, 20 Uhr
in der Buchhandlung
Hadumod Bussmann liest aus „Ich habe mich vor nichts im Leben gefürchtet“ – Die ungewöhnliche Geschichte der Therese Prinzessin von Bayern.

Therese von Bayern (1850 – 1925), die Tochter des Prinzregenten Luitpold, darf als eine der bemerkenswertesten Frauen der Moderne gelten: Statt Erwartungen zu erfüllen, die Familie und Hof an die Wittelsbacher-Prinzessin richteten, ging sie ihre eigenen Wege. Sie wurde Naturforscherin, Weltreisende, erwarb akademische Ehrengrade und gewann politische Einsichten, die der untergehenden Monarchie fremd waren.
Hadumod Bußmann hat in jahrelanger Forschung viele unbekannte Quellen ausgewertet und die spannende Biographie einer außergewöhnlichen Frau geschrieben. In ihrer meisterlichen Darstellung wird eine Prinzessin lebendig, die nicht bereit war, ihre Gefühle und Geistesgaben gesellschaftlichen Konventionen zu opfern: Als sich zeigt, dass Therese ihre Liebe zu Otto von Bayern, dem Bruder von Ludwig II., infolge seiner heimtückischen Krankheit niemals würde leben können, schließt sie für sich dieses schmerzliche Kapitel ab. Sie wählt gegen massive Widerstände einen Weg, der sie als Naturwissenschaftlerin zu fremden Kulturen, in entlegene Weltgegenden und zu ganz unzeitgemäßen Erkenntnissen und Ehrungen führt.

Hadumod Bussmann ist promovierte Literaturwissenschaftlerin, Linguistin, Publizistin und Kuratorin der Therese-von-Bayern-Stiftung – eines Programms zur Förderung von Frauen in der Wissenschaft.

Die Kritik der SZ

Hadomud Bussmann - Ich habe mich vor nichts im leben gefürchtet
Hadumod Bussmann
„Ich habe mich vor nichts im Leben gefürchtet“
346 Seiten, 2011, Beck
24.95 EUR
Dienstag, 25. Oktober, 20 Uhr
Josef Bierbichler liest aus seinem Roman Mittelreich.

Im Ersten Weltkrieg zerschlägt eine feindliche Kugel zuerst den Stahlhelm und dann den Schädel des ältesten Sohnes vom Seewirt. Also muß sein jüngerer Bruder Pankraz das väterliche Erbe antreten. Der überlebt zwar den zweiten großen Krieg, wäre aber trotzdem lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden. Da braucht es schon einen Jahrhundertsturm, der droht, Haus und Hof in den See zu blasen, damit aus Pankraz doch noch ein brauchbarer Unternehmer und Familienvater wird. Aber als der eigene Sohn ihn später anfleht, ihm die Erziehung im katholischen Internat zu ersparen, versteht er ihn nicht. Zu sehr ist man in diesen Zeiten mit anderem beschäftigt: das Vergangene vergangen sein zu lassen und die Geschäftsbedingungen der neuen Gegenwart zu studieren.
Eine Seewirtschaft in Bayern, bizarre Gäste und eine Familie über drei Generationen, heillos verstrickt ins ungeliebte Erbe. Josef Bierbichler, der große Menschendarsteller des deutschen Theaters und Films, erzählt hundert Jahre Deutschland. Ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand, über die vermeintlich fetten Jahre.

Foto-Eindrücke von der Lesung

Josef Bierbichler - MittelreichJosef Bierbichler
Mittelreich
480 Seiten, 2011, Suhrkamp
24.90 EUR
Sonntag, 23. Oktober, 11 Uhr
Matinee in der Buchhandlung
Sabina Lorenz liest aus ihrem Roman Aufhellungen (P. Kirchheim Verlag).

Zwei verlassene Kinder finden Zuflucht und Schutz bei jungen Leuten, die sich dadurch selbst mit ihrer eigenen Lebensgeschichte konfrontieren.
Sara trifft Toni nach Jahren wieder – beim Begräbnis der Frau, die sie beide als verwaiste Jugendliche aufgenommen hat. Die alte Vertrautheit und die alten Schwierigkeiten, die unbewältigten Ereignisse leben wieder auf. Und dann laufen ihnen noch zwei Achtjährige zu, der jähzornige Oliver und das Mädchen, das seinen Namen vergessen hat. Als sollten Sara und Toni sich in den Kindern spiegeln, beginnt das Spiel von neuem. Aber das alte Spiel ist noch nicht zu Ende gespielt.
Aus Berlin kommt Elvira dazu. Als Mittlerin? Sara hat einst Toni mit dem Holzscheit geschlagen, und mit ihm ihre erste sexuelle Begegnung gehabt. Auch Elvira ist in alten Verletzungen gefangen. Das kleine Mädchen Namenlos erlebt etwas Zerstörerisches mit einem weißen Zauberer beim Winterfestival. Und der dicke Oliver, ohnmächtig seiner Wut ausgeliefert, versucht vor allem davonzulaufen. Sie streiten, gehen auseinander, nähern sich wieder an, gehen auseinander … Doch eine Wende kündigt sich an: Elviras Liebe für den kleinen Oliver hilft ihm über den Berg. Sara und Namenlos, nur Mißverständnissen erliegend, lernen sich durch das Spiel mit Gebärden verstehen. Und sind es am Ende die Kinder, die Elvira und Sara ihre Liebe zueinander entdecken lassen?
Erzähler- und Zeitenwechsel, Lakonik, poetische Sprachpfade, Humor und großartige Dialoge machen den ereignisreichen, spannenden Stoff zu einem literarischen Vergnügen.

Sabina Lorenz, geb. 1967, studierte Sozialpädagogik in München und London. Sie erhielt verschiedene Auszeichnungen und Preise u. a. den Förderpreis des Stuttgarter Schriftstellerhauses, der im April 2011 verliehen wurde.

Die Kritik der SZ

Sabina Lorenz
Sabina LorenzSabina Lorenz - Aufhellungen

Sabina Lorenz
Aufhellungen
Roman, 312 Seiten, 2011
P. Kirchheim Verlag

Mittwoch, 28. September, 20 Uhr
in der Buchhandlung
Lesung und Gespräch mit Dr. Wolfgang Putz aus dem Buch STERBEN DÜRFEN,
eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Ambulanten Hospizdienst Gauting.

Die Würde des Menschen ist unantastbar und endet nicht an der Schwelle des Pflegeheims. „Jetzt fühle ich, dass meine Mutter nicht umsonst gelitten hat.“ – Lange Zeit hat Elke Gloor für das würdige Sterben ihrer Mutter, einer Wachkomapatientin, gekämpft. Dieser schwierige Weg führte sie bis vor den Bundesgerichtshof und Deutschland schließlich zu einem vielbeachteten Grundsatzurteil.
Jeder Mensch hat das Recht, würdig behandelt zu werden. Das ist im Grundgesetz verankert. Was aber passiert, wenn ein Mensch nicht mehr in der Lage ist, dieses Recht selbst einzufordern? Dann ist es an den Angehörigen, die Würde des Menschen zu bewahren, für seine Rechte einzutreten und seinen letzten Willen zu erfüllen. Dass das deutsche Rechtssystem der Befolgung des Patientenwillens aber oft im Weg steht, musste Elke Gloor am Beispiel ihrer Mutter erfahren.
Zusammen mit dem auf Medizinrecht spezialisierten Anwalt Wolfgang Putz nahm sie den verzweifelten Kampf um die Durchsetzung des mütterlichen Wunsches, würdig sterben zu dürfen, auf. Ihr gemeinsames Engagement mündete in einem für die Bundesrepublik bisher beispiellosen Strafverfahren.

Die Kritik des Münchner Merkur

Wolfgang Putz-Elke Gloor - Sterben dürfenWolfgang Putz, Elke Gloor
Sterben Dürfen
254 Seiten, 2011, Hoffmann und Campe
18.00 EUR
Donnerstag, 30. Juni, 20 Uhr
in der Buchhandlung

Gregor Weber präsentiert seinen ersten Kriminalroman Feindberührung.

Der erste Kriminalroman des „Tatort-Ermittlers“ Gregor Weber spielt in der neuen deutschen Wirklichkeit: Die Soldaten der einstigen Verteidigungsarmee Bundeswehr müssen wieder töten – mit allen Konsequenzen.

Lars Rems, genannt „Bomber“, ehemaliger Afghanistan-Kämpfer, liegt tot in seiner Wohnung, elf Messerstiche in der Brust. Zunächst geht Hauptkommissar Grewe von einem „ganz alltäglichen“ Mord aus dem Drogenmilieu aus. Aber irgendwas stimmt daran nicht.
Fallschirmjäger sind immer die ersten, die in Auslandseinsätze geschickt werden, die ersten, auf die geschossen wird, die ersten, die zurückschießen – töten und getötet werden, lautet die Devise. Lars „Bomber“ Rems, 31 Jahre alt, knappe 1,90 m groß und 96 Kilo schwer, war einer von ihnen, mit Leib und Seele. Bis zu seinem letzten Afghanistaneinsatz, wo eine Explosion ihm beide Beine abriss. Obwohl ihn die Kameraden auch in der Heimat nicht fallen lassen, findet er nicht mehr zurück in sein Leben. Der Krieg in Afghanistan findet für uns nur auf dem Bildschirm statt und hat keinerlei Berührungspunkte zu unserem Leben und Alltag. In Gregor Webers Kriminalroman dringt diese Realität des Krieges in den Alltag der Menschen ein und hinterlässt ihre blutige Spur. Es geht also um weit mehr als „nur“ um einen Mord.

Die Kritik des Münchner Merkur    Die Kritik der SZ

Gregor WeberGregor Weber
Feindberührung
ca. 280 Seiten
2011, Knaus Verlag
ca. 17.99 EUR
erscheint am 20. Mai
Montag, 11. April, 20 Uhr
in der Buchhandlung

Friedrich Ani stellt seinen neuen Kriminalroman Süden vor.
Die Lesung findet im Rahmen des Krimifestivals 5-Seenland statt.

Es ist der Anruf seines vor Jahrzehnten verschwundenen Vaters, der Tabor Süden von einem Tag auf den anderen nach München zurückkehren lässt. Ziellos läuft er durch die Stadt auf der Suche nach einem hinkenden alten Mann. Er heuert als Detektiv an und wird gleich mit dem schwierigsten Fall der so erfolgreichen Detektei betraut: Raimund Zacherl, ein Wirt aus Sendling, ist vor zwei Jahren spurlos verschwunden, nachdem er sich, scheinbar ohne Grund, vollkommen verändert hatte. Aus dem leutseligen Wirt war ein verschlossener Grübler geworden. Was hat den Zacherl dazu bewogen, seinen „Containeralltag“ zu verlassen? Mit seinen eigenwilligen Methoden findet Süden die Spur des Wirts und verfolgt sie bis nach Sylt und schon längst hat er begriffen, dass niemand den Mann wirklich kannte.

Friedrich Ani, 1959 in Kochel geboren, lebt als Schriftsteller und Drehbuchautor in München. Für seine Arbeiten erhielt er diverse Stipendien und Preise, u.a. den Literaturförderpreis der Stadt München, den Deutschen Krimipreis und den Staatlichen Förderungspreis für Literatur des Bayerischen Kultusministeriums.

Die Kritik der SZ

Friedrich Ani - SüdenFriedrich Ani
Süden
368 Seiten
2011, Droemer/Knaur
19.99 EUR
Donnerstag, 24. März, 20 Uhr
in der Buchhandlung

Die Schauspieler Jovita Dermota und Jochen Striebeck lesen aus 
Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel
von Helmuth James und Freya von Moltke.

Anfang 2010 wurde bekannt, dass der Briefwechsel zwischen Helmuth James und Freya von Moltke aus den letzten Wochen vor seiner Hinrichtung wie durch ein Wunder komplett erhalten ist. Die politisch und persönlich offenherzigen Briefe, die vom Gefängnispfarrer Harald Poelchau unter Einsatz seines Lebens fast täglich an der Zensur vorbeigeschmuggelt wurden, sind das aufwühlende Zeugnis einer großen Liebe in den Zeiten des Widerstands gegen ein unmenschliches Regime.

Berlin Tegel, im Herbst 1944: Der 37 Jahre alte Jurist und Widerständler Helmuth James von Moltke wartet auf seinen Prozess vor dem Volksgerichtshof – und auf seine Hinrichtung. Während sowjetische Truppen auf seine Heimat Kreisau in Schlesien vorrücken und Weggefährten gehenkt werden, wechselt er täglich Briefe mit seiner Frau Freya: Es geht um ihre Liebe und die Lage in Kreisau, die Situation im Gefängnis und die Vorbereitung auf den Tod, aber auch um den Widerstand und um Wege zur Rettung.

Literaturliste zu Helmuth James und Freya von Moltke (PDF)

Die Kritik der SZ

Helmuth James und Freya von Moltke - Abschiedsbriefe Gefängnis TegelHelmuth James und Freya von Moltke
Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel
608 Seiten
2011, CH Beck
29.95 EUR
Donnerstag, 3. März, 20 Uhr
in der Buchhandlung

Sabine Zaplin liest aus ihrem neuen Roman Alle auf Anfang.

Ein Unfall setzt das Leben von sieben Menschen zurück auf Anfang. Er verstrickt sie in ein nie geahntes Beziehungsgeflecht. Claudia, Ehefrau und Mutter, begegnet ihrer ersten Liebe. Der sechzehnjährige Internetjunkie Jasper will ein Zeichen setzen und verursacht eine Tragödie. Bela, der ihn beobachtet, sieht seine Chance auf ein besseres Leben. Was wird sein, wenn die Nacht vorbei ist? Mit einer am Film orientierten Schnitttechnik verknüpft Sabine Zaplin die Schicksale ihrer Figuren zu einer gemeinsamen Geschichte – furios, eindringlich und bewegend – ein Buch wie ein Sog, fesselnd und atemlos.

Sabine Zaplin, geboren 1964, war jahrelang als Regieassistentin, Regisseurin und Darstellerin an verschiedenen Theatern tätig. Ab 1990 Studium der Literaturwissenschaft und Beginn ihrer literarischen Arbeit. 1992 Kulturförderpreis ihrer Geburtsstadt Herford. Zur Zeit als freie Journalistin u. a. für den „Bayrischen Rundfunk“ und die „Süddeutsche Zeitung“ tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Gauting.

Sabine Zaplin - Alle auf AnfangSabine Zaplin
Alle auf Anfang
160 Seiten
2011, Langen/Müller,
17.95 EUR