Lesungen 2012

Klaus Wallendorf stellt sein soeben beim Galiani Verlag erschienenes Buch vor Immer Ärger mit dem Cello Liebeserklärung eines irrenden Waldhornisten an die streichenden Kollegen.

Matinee am Sonntag, 6. Mai, 11 Uhr

in der Buchhandlung

Klaus Wallendorf stellt sein soeben beim Galiani Verlag erschienenes Buch vor
Immer Ärger mit dem Cello Liebeserklärung eines irrenden Waldhornisten an die streichenden Kollegen.
Illustriert von F.W. Bernstein.
Musikalische Begleitung:
Leonore Kandler (Cello) und Klaus Wallendorf (Waldhorn und Fagott).

Zum 40. Jubiläum der „12 Cellisten“ widmet Wallendorf dem Cello im Allgemeinen und seinen Interpreten ein launiges, bewunderndes Buch. Normalerweise sitzt Klaus Wallendorf in seinem schwarzen Frack mit dem Horn in der letzten Reihe der Berliner Philharmoniker. Doch gilt es einen Dirigenten zu ehren, einen Pensionär zu verabschieden, oder einen neuen Intendanten zu begrüßen, dann tritt er vors Orchester. Manche nennen ihn schon einen zweiten Loriot. Er selbst nennt sich „halboffizieller Entertainer der Berliner Philharmoniker“.

Klaus Wallendorf, geb. im Juli 1948 (am Tag der Hausmusik) im Thüringer Wald. Seit 1980 ist er Mitglied der Berliner Philharmoniker und seit 1985 Mitglied bei German Brass, einem namhaften Blechbläserensemble zwischen E- und U-Musik.

Die Kritik der SZ
Liebeserklärung eines Hornisten Klaus Wallendorf ist bei seiner musikalischen Matinee frech, ironisch – und hintergründig Gauting • Eines mal vorweg: Klaus Wallendorf spielt Hom. Drittes Hom. Und er spielt bei den Berliner Philharmonikern Und er tut dies schon lange und aus Leidenschaft. Auch wenn manche seiner Soli kaum mehr als fünf Töne haben. Aber das dritte Hörn ist eben nicht das Erste Doch um Hörner, Klarinetten. Geigen und Bratschen geht es nur am Rande in Wallendorfs Buch „Immer Ärger mit dem Cello“. aus dem er am Sonntag bei einer musikalischen Matinee in der Buchhandlung Kirchheim in Gauting las. Ach ja. Arger mit dem Cello gibt’s auch nicht in diesem vergnüglichen Buch. Den Titel hat der Verleger ausgesucht, er soll zum Lesen reizen, was dem Autor selbst nicht wirklich einleuchten will. Darum passt vielleicht auch der Untertitel besser: „Liebeserklärung eines irrenden Waldhomisten an die streichenden Kollegen “ Gemeint sind damit die berühmten „Zwölf Cellisten“, die morgen mit einem Jubiläumskonzert in Berlin ihr 40-jähriges Bestehen feiern und für die sich der Autor ebenso liebevolle wie respektlose, fiktive Biografien hat einfallen lassen – zumal die tatsächlichen Lebensläufe eh langst geschrieben sind. Und es ist eine besonders nette Hommage geworden, die Wallendorf da auf rund 160 Seiten verfasst hat. Leicht kommt sein Buch daher, frech, witzig und recht ironisch. Beim ersten Lesen hat man den Eindruck, als würde Wallendorf einfach nur blödeln, doch seine „Albernheiten“, wie er es selbst nennt, sind zuweilen recht hintergründig, enttarnen die Eitelkeiten des Orchesterbetnebs auf charmante Weise. Etwa indem er unter der Rubrik „Violonzoologischcs“ die Instrumente mit Zootieren vergleicht, was zwangsläufig Rückschlüsse auf diejenigen zulässt, die am Bogen oder am Mundstuck sitzen Das Cello, so sagte er, sei ein ..freundlicher Seitenrüssler“, der nur dann mit „anhaltender Verstimmung“ reagiere, wenn das Pflegepersonal allzu häufig wechsle. Zu Gauting und dem Gelände auf dem heute die Buchhandlung steht, hat der Autor übrigens auch eine eigene Beziehung: Hier wohnte er in einer WG, die es verstand, rauschende Feste unter den Diktat von Rotwein und Bier mit musizierfreudigen Gästen zu feiern. Ein Gast aus jener ungestümen Zeit ist seine Musikerkollegin Eleonore Kandier, genannt „Stopsi“, die Wallendorf am Sonntag begleitete: dem Anlass entsprechend natürlich auf dem Cello. Sabine Bader/SZ

 Duett für Hörn und Cello: Klaus Wallendorf und Eleonore Kandler in der Buchhandlung Kirchheim. Foto: Treybal


Duett für Hörn und Cello: Klaus Wallendorf und Eleonore Kandler in der Buchhandlung Kirchheim. Foto: Treybal

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