Unsere Empfehlungen im Frühjahr 2015

Teju Cole „Jeder Tag gehört dem Dieb“, Hanser € 18,90 (Thyra Kraemer)
Cole, in Nigeria aufgewachsen, lebt seit 22 Jahren in USA, ist Fotograf, Kunsthistoriker und Schriftsteller. Sein Besuch in seiner Heimatstadt Lagos ist ein desillusioniertes Portrait Nigerias und zeigt gleichzeitig tiefe, innere Verbundenheit mit seinen Wurzeln.

Chigozie Obioma „Der dunkle Fluss“ Aufbau € 19,95 (Thyra Kraemer)
Eine Familie mit fünf Söhnen im Nigeria der 90er Jahre: der Traum von westlicher Bildung und individuellen Chancen zerbricht an den Geistern von Aberglauben und vermeintlicher Vorbestimmung. Seine moderne Erzählsicht und traditionelle Mythen verknüpft der erst 28jährige Autor zu einer magischen Geschichte , deren Sog man sich nicht entziehen kann.
Zwei junge, schwarze Stimmen, zwei Blickwinkel auf Nigeria!

Arno Geiger „Selbstporträt mit Flusspferd“ Hanser € 19,90 (Sonja Hornfeck)
Arno Geiger erzählt lässig über die Liebe, das Erwachsenwerden und das „seinen-Platz-in-der-Welt-finden“. Ein 22-jähriger Veterinärmedizinstudent erlebt einen Sommer zwischen Sehnsucht, Hoffnung und Ernüchterung – und nebenbei muss er noch eine Zwergflusspferddame hüten…

Donal Ryan „Die Sache mit dem Dezember“ diogenes € 19,90 (Sonja Hornfeck)
Ein literarisches Kunststück, das die Vielfalt und das Außenseitertum feiert, voll sprachlichem Witz und Leidenschaft. Johnsey Cunliffe, einer jener tragisch-komischen Helden mit denen es die Welt nicht gutmeint – der Leser dafür umso mehr.
Donal Ryan – Die neue spannende Stimme aus Irland!

Doris Knecht „Wald“ Rowohlt 19,95 (Martina Hirsch)
Nachdem die Modedesignerin Marian durch die Finanzkrise alles verloren hat, flüchtet sie aus der Großstadt und entscheidet sich für Autarkie und Einsamkeit.
Doris Knecht fragt in ihrem neuen Buch auf eindringliche Art und Weise, was man zu einem glücklichen, selbstbestimmten Leben braucht.

Jan Weiler „Kühn muss weg“ Kindler € 19,95 (Martina Hirsch)
Die Abgründe und Probleme des Alltags verpackt Jan Weiler in seinem neuen Roman in eine überaus fesselnde und spannungsreiche Geschichte. Dabei hat der Autor mit „Kühn“ eine Hauptfigur geschaffen, die so lebendig und real ist, dass wir als Leser ganz dicht bei dem Kommissar, Ehemann und Familienvater sind – Absolut lesenswert!

Ian McEwan „Kindeswohl“ diogenes € 21,90 (Anette Keszler)
Fiona, eine Richterin, wird von ihrem Mann mit einer Affäre konfrontiert. Völlig aus der Routine ihres Lebens geworfen steht sie auch beruflich vor schwierigen Fällen. Dann muss sie ein Urteil sprechen, bei dem es um einen fast erwachsenen, krebskranken Jungen und seine Eltern geht, die aus religiösen Gründen eine dringend benötigte Bluttransfusion ablehnen. Sie entscheidet dafür, rettet dadurch dem Jungen das Leben und stellt damit ihres auf den Kopf – hervorragend

Elisabeth Herrmann „Schneegänger“ goldmann € 19,99 (Anette Keszler)
Dies ist der zweite Fall um die Ermittler Sanela Beara, Studentin an der Polizeihochschule und Hauptkommissar Lutz Gehring. Die Geschichte beginnt eigentlich schon vier Jahre früher, als ein kleiner Junge spurlos verschwindet und alle Ermittlungen ins Leere laufen. Dann findet man eine skelettierte Leiche eines Kindes im Wald. Die Ermittlungen beginnen von vorne. Die Geschichte ist so vielschichtig, wahnsinnig spannend und das Ende furios, auch dank der so lebendig beschriebenen Charaktere – schlaflose Nächte.

Amos Oz „Judas“ Suhrkamp € 22,95 (Marc Schürhoff)
Der junge Student Schmuel Asch ist verzweifelt: Er bricht sein Studium ab, seine Freundin heiratet einen anderen und seine Eltern sind pleite. Deshalb kümmert er sich jetzt um Gershom Wald, einen zornigen, alten Mann mit dem er die Realitäten in Israel kontrovers diskutiert und sich nebenbei auch noch in die geheimnisvolle Atalja verliebt. Politik und Liebe – grandios.

Hanif Kureishi “Das letzte Wort“ S.Fischer € 19,99 (Marc Schürhoff)
Der 30-jährige Harry Johnson soll eine Biographie über den fast vergessenen indischen Schriftsteller Mamoon schreiben. Was als vergnügliche Landpartie beginnt endet im Wahnsinn, angetrieben durch Eitelkeiten, Eifersucht und Champagner. Böse und sehr komisch erzählt Kureishi, was es bedeutet, Schriftsteller zu ein.